{"id":631,"date":"2016-02-14T18:03:32","date_gmt":"2016-02-14T17:03:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vetorecords.de\/blog\/?p=631"},"modified":"2016-02-14T18:14:19","modified_gmt":"2016-02-14T17:14:19","slug":"review-the-libertines-live-in-london-und-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vetorecords.com\/blog\/review-the-libertines-live-in-london-und-berlin\/","title":{"rendered":"Review: The Libertines live in London und Berlin"},"content":{"rendered":"<h1><a href=\"http:\/\/www.vetorecords.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/libs.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-635\" src=\"http:\/\/www.vetorecords.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/libs.jpg\" alt=\"The Libertines\" width=\"960\" height=\"936\" srcset=\"https:\/\/www.vetorecords.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/libs.jpg 960w, https:\/\/www.vetorecords.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/libs-300x293.jpg 300w, https:\/\/www.vetorecords.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/libs-308x300.jpg 308w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/><\/a><br \/>\nVorab: Let\u2019s get straight to the heart of the matter&#8230;<\/h1>\n<p><a href=\"http:\/\/www.vetorecords.de\/blog\/the-libertines-anthems-for-doomed-youth\/\"><strong>The Libertines<\/strong> <\/a>stehen seit Jahren nicht nur f\u00fcr Skandale, Drogen-Exzesse und sonstige illustre Ausschweifungen, sondern auch einfach mal nach wie vor f\u00fcr verdammt gute pure, raue, die Seele vereinnahmende Gitarren-Musik. Wohl kaum eine Band hat mich Anfang der Nuller Jahre, seit der Mainstream-Auflage des Indie-Rock so gepackt wie die Band um <strong>Pete Doherty<\/strong> und <strong>Carl Bar\u00e2t<\/strong>. Sicher auch gerade wegen der r\u00fcpelhaft-rotzigen Attitude ihrer beiden Hauptprotagonisten. Und der Songtexte wegen, die den Anfang 2000er Zeitgeist auf den Punkt gebracht und die Gedankenwelt meines 20-J\u00e4hrigen Ichs ziemlich gut eingefangen haben. Da waren sie nun, diese temporeichen, schrammeligen Tracks wie <strong>\u201eWhat a Waster\u201c<\/strong> und <strong>\u201eCan\u2019t stand me now\u201c<\/strong>, die in meinem Autoradio in der Dauerschleife liefen. Da war dieser Pete Doherty, der eigentlich bis heute aussieht wie ein englischer, st\u00e4ndig zersauselter Lausbube, der nur Flausen im Kopf hat. Die Libertines waren jung, verr\u00fcckt, wild, experimentierfreudig und kopflos. Ein wenig sind sie das wohl auch heute, 11 Jahre nach dem Erscheinen des zweiten, selbstbetitelten Albums, noch. Ein Gl\u00fcck f\u00fcr die heutige ansonsten doch eher hochpolierte Pop-Kultur. Und Gl\u00fcck f\u00fcr mich die wiedervereinigte Band in der <strong>Londoner O2 Arena<\/strong> und in der <strong>Berliner Columbiahalle<\/strong> nach all den Jahren endlich live erleben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>O2 Arena London<\/h2>\n<p>Ihre ausgedehnte UK-Tour sollte f\u00fcr The Libertines in der Londoner O2 Arena den kr\u00f6nenden Abschluss bilden. Da bleiben hochkar\u00e4tige Supports nat\u00fcrlich nicht aus. <strong>The Enemy<\/strong> \u00fcberzeugen dann auch direkt mit solidem Alternative Rock. H\u00e4tte man mehr von sehen wollen. Von den <strong>Sleaford Mods<\/strong> h\u00e4tte ich, ich schreib\u2019s mal ganz ehrlich, pers\u00f6nlich jetzt nicht direkt eine volle halbe Stunde sehen m\u00fcssen. H\u00e4mmernde B\u00e4sse treffen auf hasserf\u00fclltes Geschrei und jede Menge Dialekt behaftetes \u201eFock\u201c, \u201eFocker\u201c, \u201eFocking\u201c und \u201eFock off\u201c. Somebody seemed to have issues there. Gut, wer\u2019s mag.<\/p>\n<p>Nach dem \u2013 f\u00fcr meine Ohren deutlich erholsamem \u2013 Abgang der beiden Jungs folgt dann noch \u201eKetamine\u201c- Guy, der sich sp\u00e4ter als der Tourpoet der Libertines herausstellen wird. Zu diesem Zeitpunkt denken wir noch er sei Roadie, der beim Mikro-Test in der O2 Arena endlich seine Chance gekommen sah vor einem gro\u00dfen Publikum seine Dichtkunst kundzutun. \u201eKetamine, Ketamine\u201c m\u00fcndet irgendwann in \u201eLibertines, Libertines\u201c und kurz darauf erscheint auf dem riesigen B\u00fchnen-Bildschirm der Libertines-Schriftzug auf dem Union Jack und dann ist sie endlich da, die Band der Stunde und legt mit dem Album Opener \u201eBarbarians\u201c los.<\/p>\n<p>Die Halle tobt und die Bierbecher fliegen en Masse in alle Richtungen. Sie sind also tats\u00e4chlich zur\u00fcck und versetzen die Fan-Meute in Ekstase, so als w\u00e4ren sie nie weg gewesen. Und es ist nat\u00fcrlich auch ein wenig anr\u00fchrend Carl und Pete wieder vereint am Mikro zu sehen, wie zwei Liebende, die einander brauchen, wenn es um ihre Band geht. Der eine verk\u00f6rpert den Abgrund und der andere die Bodenhaftung. <strong>\u201eGunga Din\u201c<\/strong> folgt auf <strong>\u201eFame and Fortune\u201c<\/strong>. Erster G\u00e4nsehautmoment des Abends: die Ballade <strong>\u201eYou\u2019re my Waterloo\u201c<\/strong>. Carl sitzt am Klavier, Pete singt gef\u00fchlvoll \u201eYou\u2019ll never fumigate the demons. No matter how much you smoke\u201c. Ein Menschenmengen-Chor begleitet ihn. Es folgen Klassiker wie <strong>\u201eWhat Katie did\u201c<\/strong> oder <strong>\u201eThe Man who would be king\u201c<\/strong>. Drummer Gary Powell gibt alles, die Halle tobt um bei<strong> \u201eCan\u2019t stand me now\u201c<\/strong> dann v\u00f6llig auszurasten. Gro\u00dfe, starke M\u00e4nner, die sich vorher nicht kannten, liegen sich in den Armen und wiegen sich gemeinsam zu <strong>\u201eUp the Bracket\u201c<\/strong> und <strong>\u201eWhat a Waster\u201c<\/strong>. Sie feiern die Auferstehung der lebenden Toten. Und auch wenn Pete den ein oder anderen Text vernuschelt und hier und da mal Eins\u00e4tze versemmelt werden, bleibt am Ende ein beschwingtes, mitrei\u00dfendes und au\u00dferordentlich gro\u00dfartiges Konzert-Erlebnis zur\u00fcck, das zeigt: The Libertines sind wirklich wieder da und haben nichts von ihrem punkig-rotzigen Charme verloren.<\/p>\n<h2>Columbiahalle, Berlin<\/h2>\n<p>Die <strong>Berliner Columbiahalle<\/strong> ist nat\u00fcrlich ein kleiner und intimerer Gegensatz zur gro\u00dfen Londoner O2 Arena. Auch hier sind publikumstechnisch alle Nationen vertreten. Und w\u00e4hrend die einen beim Betreten der Location noch \u00fcberlegen, ob The Libertines denn heutzutage eigentlich p\u00fcnktlich auftreten und ich mich gerade nach dem ersten Bier umsehen will, marschieren <strong>Carl, Pete, Gary und John<\/strong> dann auch schon mal auf die B\u00fchne und sind einfach mal ihre eigene Vorband. Ohne gro\u00dfes Brimborium spielen Pete und Carl den<strong> Babyshambles-Song &#8222;Albion&#8220;<\/strong> und <strong>&#8222;7 Deadly Sins&#8220;<\/strong> vom neuen Album. Bassist Hassall und Schlagzeuger Powell stehen dazu etwas unschl\u00fcssig wirkend mit Schellenring am Rand und \u00fcberlassen den anderen beiden die B\u00fchne. Dann verl\u00e4sst das Quartett auch schon wieder die B\u00fchne, w\u00e4hrend uns Pete noch ein \u201eHave fun with The Libertines\u201c zuruft. Sehr sch\u00f6ne Einlage.<\/p>\n<p>Es folgen die aus Sheffield stammenden Indie-Rocker <strong>Reverend and the Makers<\/strong>, deren Frontmann <strong>Jon McClure<\/strong> trotz des dicken Parkas, den er tr\u00e4gt, die Stimmung noch mehr anheizt. Kurz darauf betreten die Libertines dann zum zweiten Mal an diesem Abend die B\u00fchne und rocken als spielten sie st\u00e4ndig um ihr Leben. Sie posieren mit ihren E-Gitarren und verspr\u00fchen eine ungeheure Energie. Sie haben Wut und Spirit der fr\u00fchen Jahre kultiviert und zu einer gut eineinhalbst\u00fcndigen Rockshow komprimiert, die atemlos macht.<\/p>\n<p>Nun mal ganz aus der N\u00e4he betrachtet sehen die Jungs frisch und erholt aus. Sie haben Spa\u00df, trinken Bloody Marys, geben ihre Deutschkenntnisse zum Besten und lassen die aktuelle Single <strong>\u201eYou\u2019re my Waterloo\u201c<\/strong> f\u00fcr ein paar Sekunden komplett durch das textsichere Publikum singen. Auch der gro\u00dfe <strong>David Bowie<\/strong> wird mit einer kurzen <strong>\u201eHeroes\u201c-Einlage<\/strong> durch die Band gew\u00fcrdigt. Auch an diesem Abend l\u00e4uft nicht alles perfekt. Da wird mal hier und da ein Einsatz versiebt, beim Tempo geschludert, sie brauchen lange Pausen mit Saitengeniedel und R\u00fcckkopplungen, bevor sie vom einen zum anderen Song finden. Schert die Jungs eher einen Dreck. Und genau dieses nicht Perfekte macht sie eben auch seit jeher aus, die Auftritte der Libertines. Hier wird Imperfektion geradezu zelebriert. Auch Berlin wird mit <strong>\u201eDon\u2019t look back into the sun\u201c<\/strong> verabschiedet. Pete kickt nochmal einen Mikrost\u00e4nder um, die Libertines-Fahne wird geschwungen und \u00fcberhaupt wird nochmal die Sau rausgelassen. Richtig so. Von fr\u00fcheren Zwistigkeiten und Komplettaussetzern keine Spur mehr. Tats\u00e4chlich ein Auftritt mit Herz und Seele.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorab: Let\u2019s get straight to the heart of the matter&#8230; The Libertines stehen seit Jahren nicht nur f\u00fcr Skandale, Drogen-Exzesse und sonstige illustre Ausschweifungen, sondern auch einfach mal nach wie vor f\u00fcr verdammt gute pure, raue, die Seele vereinnahmende Gitarren-Musik. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.vetorecords.com\/blog\/review-the-libertines-live-in-london-und-berlin\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4,75],"tags":[113,80,114,107],"class_list":["post-631","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-musik","category-reviews","tag-carl-barat","tag-pete-doherty","tag-the","tag-the-libertines"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vetorecords.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/631","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vetorecords.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vetorecords.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vetorecords.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vetorecords.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=631"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.vetorecords.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/631\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":638,"href":"https:\/\/www.vetorecords.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/631\/revisions\/638"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vetorecords.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=631"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vetorecords.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=631"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vetorecords.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=631"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}